Forschungsinitiative Fachpresse

Forschungsinitiative Fachpresse

2017 organisiert sich der Berufsstand der Fachverleger seit 125 Jahren, doch keiner bekommt das mit.

Es war im Jahr 1892, dass sich die Verleger von Fachzeitschriften erstmals zu einer reichsweiten beruflichen Interessensvertretung zusammenschlossen und den „Verein der Verleger gewerblicher Zeitschriften“ gründeten, der sich 1895 in „Verein der Fachpresse“ umbenannte und später als „Verband der Fachpresse Deutschlands“ firmierte.

Dieser Verband ist 1929 Mitbegründer des „Reichsverband Deutscher Zeitschriften-Verleger e.V.“, dessen Nachfolge 1949 der VDZ angetreten hat. Die Fachpresse blickt 2017 somit auf 125 Jahre berufsständische Organisation zurück.

Forschungsinitiative: Geschichte der Fachpresse in Deutschland

Dieses kommende Datum wäre ein Anlass gewesen, die Fachpresse unter den Mediengattungen hervorzuheben, denn dieser Pressegattung wird im Vergleich etwa zur Publikumspresse und den Tageszeitungen doch recht wenig Aufmerksamkeit zu Teil – weder von den Medienfachorganen noch von Seiten der Kommunikationswissenschaft und damit der deutschen Hochschulen.

Schon immer war die Fachpresse ein Stiefkind der historischen Presseforschung. So gibt es heute zur Geschichte der deutschen Fachpresse weder ein Standardwerk noch aktuelle Literatur, die um einen Überblick bemüht wäre. Dies möchte das WIP ändern.

Das Forschungsdefizit zur Fachpresse zu beheben, braucht es gemeinsame Anstrengungen. Mit Partnern, die Ressourcen bereitstellen und mit Partnern, die Inhalte beisteuern. Die 125 Jahre Rückschau wären ein guter Anlass gewesen, mit der Arbeit zu beginnen und erste grundlegende Eckpfeiler zu errichten. Leider konnte sich der Verband der Fachpresse nicht entschließen, einen solchen Rahmen auch nur ansatzweise zu schaffen. Er hat sich auf die Feier eines 25-jährigen Jubiläums, dem Kooperationszeitraum der Fachpresse-Abteilungen von VDZ und Börsenverein, beschränkt.

Ein Überblickswerk, das einen Schwerpunkt auf die Herausbildung und Entwicklung der berufspraktischen Fachpresse legen soll, wird daher weiterhin auf sich warten lassen. Viele Fragestellungen sind noch nie wissenschaftlich untersucht worden. Es bedarf zunächst der Grundlagenforschung an den Quellen, ja sogar der Quellenerschließung in relevanten Fachverlagen.

Wenn Sie Interesse an dem Thema „Geschichte der Fachpresse“ haben oder zur Realisierung beitragen können, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Literatur:

Vogel, Andreas: Die Fachpresse – ein unerforschtes Medium. In: Peter, Karen und Gabriele Bartelt-Kircher und Anita Schröder (Hrsg.): Zeitungen und andere Drucksachen. Essen 2014, S. 311-322.

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