Strukturdaten zur Fachpresse 2014

Strukturdaten zur Fachpresse 2014

Mit der Erforschung der deutschen Fachpresse ist es traditionell schlecht bestellt. Strukturdaten über diese Pressegattung ermittelt der Verein Deutsche Fachpresse per Befragung bei seinen Mitgliedsverlagen mit anschließender Hochrechnung auf die gesamte Gattung.
Das schmale Zahlenwerk für das Jahr 2014 kann im Webangebot des Vereins unter http://www.fachpresse.de als PDF-Datei heruntergeladen werden. Beachten Sie bitte, dass es sich hierbei aufgrund der Erhebungstechnik um Daten handelt, die nahezu den Charakter von Schätzungen haben.

Begriffsdefinition des „Verein Deutsche Fachpresse“

Die Begriffe Fachzeitung und Fachzeitschrift fasst der Verein Deutsche Fachpresse zu „Fachzeitschriften“ zusammen und definiert (Jahrbuch 2004 der Fachinformation, S. 104):

„Fachzeitschriften sind periodischen Druckwerke, die mit der Absicht eines zeitlich unbegrenzten Erscheinens mindestens viermal jährlich herausgegeben werden.
Fachzeitschriften berichten im wesentlichen über wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Bereiche. Sie dienen der beruflichen Information und Fortbildung eindeutig definierbarer, nach fachlichen Kriterien abgrenzbarer Zielgruppen. Als Fachzeitschriften gelten nicht konfessionelle Zeitschriften, Kundenzeitschriften, Titel der Wirtschaftspresse, typische „Special Interest“-Zeitschriften (Hobby und Freizeit) sowie Partworks, Loseblattsammlungen von Gesetzen, aus Remittenden aufgebundene Einzelbände und dergleichen.
Erscheint eine Zeitschrift in mehreren Ausgaben, die sich im Titel/Untertitel und/oder in einzelnen redaktionellen Wechselseiten oder Beilagen unterscheiden, so geht es nur um die Gesamtausgabe.“

Ausgewählte Ergebnisse dieser Fachpresse-Statistik

Die Erhebung der Deutschen Fachpresse besteht aus hochgerechneten Daten. Da die Aufstellung des VDZ für 2014 und die Vorjahre deutlich weniger Daten ausweist als vor dem Jahr 2002 sind im Folgenden auch Daten früherer Jahre mit ausgewiesen.

Statistik der Unternehmen und Umsätze

  • In 2001 produzieren 478 Verlage (2000: 501 Verlage) Fachzeitschriften. Eine Gesamtzahl der beschäftigten Mitarbeiter und Redakteure wurde zuletzt für das Jahr 2000 ausgewiesen. Damals betrug die Zahl für alle Unternehmensbereiche rund 37.074 Mitarbeiter, darunter etwa 9.018 Redakteure.
  • Neben der Herausgabe von Fachpresse haben die Verlage zumeist weitere Geschäftsfelder. Der Beitrag der Fachpresseaktivitäten zum Gesamtumsatz der Unternehmen lag im Jahr 2014 im Durchschnitt bei ca. 57,1 Prozent (2013: 57,3 Prozent).
  • Hinzu kommen Umsätze aus den digitalen Medien (18,6 Prozent), dem Fachbuchbereich (18,1 Prozent) und sonstige Dienstleistungen (6,2 Prozent) wie Seminare oder Events. Der Gesamtumsatz der Verlage mit FAchmedien erreicht im Jahr 2014 3,25 Mrd. Euro.
  • Der mit Fachpresse im Jahr 2014 erzielte Gesamtumsatz bleibt seit zwei Jahren in etwa konstant bei aktuell 1,84 Milliarden EUR. In der Zeitreihe betrachtet brachte das Jahr 2000 einen Spitzenumsatz von 2,29 Mrd. EUR; dann sanken die Umsätze der Verlage mit der Fachpresse kontinuierlich bis 2004 und stiegen von 2005 bis 2008 wieder an.
    Vertriebsumsatz und Anzeigenumsatz stagnieren 2014 und liegen mit 879 Mio. EUR und 869 Mio. EUR nicht weit auseinander. Der Anzeigenumsatz war 2009 im Vergleich zu 2008 um 17,4 Prozent eingebrochen und dadurch erstmals niedriger als der Vertriebsumsatz. 2014 liegt erstmals der Vertriebsumsatz vorne.
  • Damit verteilt sich 2014 der Fachpresse-Umsatz auf 47,4 Prozent Vertrieb (Vorjahr 46,7%), 46,9 Prozent Anzeigen (Vorjahr 48,4%) und 5,7 Prozent sonstige Erlöse.
  • 2014 erzielen 89 Prozent der Verlage Umsätze in Westeuropa. Im Durchschnitt entfielen im Jahr 2014 rund 15,9 Prozent (2013: 15,5 Prozent) des Gesamtumsatzes der Verlage mit Fachmedien (also auch Fachbücher und elektronische Medien) auf Erlöse aus dem Ausland. Die wichtigste Angebotsform sind dabei für 66 Prozent der Fachverlage die Printmedien.

Statistik der Titel und Auflagen

  • Es wurde für 2014 ein Bestand von 3.824 Titeln (Vorjahr: 3.800) ermittelt (die Zahlen sind nicht wie die WIP-Zahlen zur Publikumspresse Einzeltitel-hinterlegt, sondern errechnet). Der bisherige Höchststand wurde für 2008 mit 3.907 Titeln gemeldet.
  • Im Jahr 2005 erschienen 164 Titel (2004: 150) erstmalig, 114 (136) Titel wurden eingestellt, 247 (273) Titel optimiert. Zwischen 2008 und 2011 sank die Titelzahl, seitdem steigt sie wieder an.
  • Die verbreitete Jahres-Gesamtauflage schwankte in den letzten beiden Dekaden zwischen 441 Mio. Exemplaren im Jahr 2003 und 525 Mio. Exemplaren im Jahr 2008. Aktuell liegt sie 2014 bei 507 Mio. Exemplaren (2013: 505 Mio. Exemplare).
  • Der Anteil der verkauften Auflage an der Jahres-Gesamtauflage lag nach den Daten der Deutschen Fachpresse in den Jahren 1997 bis 2003 zwischen 54 und 57 Prozent. Ab 2004 war er rückläufig und beträgt im Jahr 2014 wie im Vorjahr noch 43 Prozent. Dieser Wert entspricht einer Jahresauflage von 218 Millionen Heften. Damit wird nach Erhebungen und Hochrechnungen der Deutschen Fachpresses deutlich mehr als jedes zweite Fachpresse-Exemplar kostenlos abgegeben.

Nachtrag des WIP

  • Angaben über die Gesamtauflage je Verbreitungsintervall liegen von der Deutschen Fachpresse nicht vor. Der IVW waren im 1. Quartal 2015 (1. Quartal 2014) unter „Fachzeitschriften“ 1.120 (1.145) Titel angeschlossen. Sie erreichten insgesamt eine verbreitete Auflage von 20,87 (21,95) Millionen Heften im Erscheinungsintervall und eine verkaufte Auflage von 10,98 (11,82) Millionen Heften.