42-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

42-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

Gattungsbereinigte IVW-Verkaufsauflagen der populären Presse I/1975 bis IV/2017 –
Ergebnisse für das 4. Quartal 2017

(wip) DasJhar 2017 war kein gutes Jahr für die Publikumspresse. Die prozentual gemessenen Rückgänge der Verkaufsauflagen gegenüber den Vorjahreszeiträumen lagen allesamt über den Werten der Vorjahre. Besonders die wöchentlich und vierzehntäglich erscheinenenden Objekte verzeichneten in zwei Quartalen des letzten Jahres Rückgänge um mehr als 7 Prozent und in den beiden anderen Quartalen Rückgänge um mehr als 6 Prozent. Im vierten Quartal 2017 wurden IVW-kontrolliert nur 53,2 Mio. Hefte im Erscheinungsintervall verkauft, gemeldet waren 512 Objekte. Dies ist ein Durchschnitt von knapp 104.000 Verkaufsexemplaren pro Titel. Schauen wir 40 Jahre zurück, so wurden im 4. Quartal 1977 insgsamt 155 Titel gemeldet mit einer Gesamtauflage von 57 Mio. Heften; dies ergibt im Verbreitungsintervall eine Verkaufsauflage von 373.000 Heften je Objekt. So ändern sich die Zeiten in der Medienkonkurrenz und fragmentiert sich der Markt.

Im Vorjahresquartal-Vergleich sank diesmal die Verkaufsauflage um 6,18 Prozent. Die mindestens 14-täglich erscheinenden Objekte verlieren dabei durchschnittlich 7,26 Prozent ihrer Auflage, die seltener erscheinenden Objekte mit minus 5,1 Prozent erkennbar weniger.

Bezogen auf die Auflage im Erscheinungsintervall ist der Gesamtwert der seltener erscheinenden Objekte – 26,8 Mio. Hefte – höher als der Gesamtwert der mindestens 14-täglich erscheinenden Titel mit 26,4 Mio. Heften. Nach konkret verkauften Stückzahlen sieht es aber weiterhin deutlich anders aus.

Das Titelwachstum des gesamten Marktes (dies wird hier nicht abgebildet) hält weiter an. Bis einschließlich Dezember 2017 wurden dieses Jahr rund 90 Periodika der Publikumspresse neu in den Markt gebracht. IVW-kontrolliert sind aktuell rund 31,7 Prozent aller Titel. IVW-Zahlen sind harte und über Einblicknahmen in Geschäftsaufzeichnungen kontrollierte Verbreitungsdaten, insofern wundert es schon sehr, dass die werbetreibende Wirtschaft nicht konsequent auf eine solche Auflagenkontrolle drängt.

Was heißt gattungsbereinigt? Ausgewiesen werden nur für den deutschen Markt redaktionell erstellte Titel mit journalistischen Inhalten (ohne Rätselhefte, Romane, Comics, Activity-Hefte, Anleitungshefte wie z.B. Rezeptsammlungen), die mindestens 4x jährlich erscheinen. Nicht dabei sind also die gemeldeten reinen Strick- und Kochanleitungsheften, von denen aktuell 12 Titel der IVW rund 852.000 verkaufte Hefte im Erscheinungsintervall melden. Auch nicht dabei 10 der IVW gemeldete überwiegend aus Comics und Activityelementen bestehende Titel der Kinderpresse mit einer Verkaufsauflage von insgesamt rund 791.000 Heften (darunter LEGO Ninjago mit knapp 209.000 Heften).

Im Vergleich zu den original IVW-Daten werden alle Titel der Mitgliedschaftspresse, Kundenpresse und Gratispresse in der gesamten Zeitreihe konsequent ausgeschlossen.

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