43-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

44-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

Gattungsbereinigte IVW-Verkaufsauflagen der populären Presse I/1975 bis IV/2018 –
Ergebnisse für das IV. Quartal 2018

(wip) Das Jahr 2017 war schon kein gutes Jahr für die Publikumspresse, doch 2018 hat sich der negative Trend verstärkt. Die prozentual gemessenen Rückgänge der Verkaufsauflagen gegenüber 2017 lag 2018 bei -7,2 Prozent. In 2017 und 2015 wurden jeweils -5,5 Prozent gemessen. Die wöchentlich und vierzehntäglich erscheinenenden Objekte verzeichneten 2017 stärkere Rückgänge als die seltener erscheinenden Titel. Dies hat sich 2018 umgedreht: Mit Auflagenverlusten zwischen -5,6 und -6,4 Prozent in den Quartalen kommen die häufiger erscheinenden Titel glimpflicher davon als die seltener erscheinenden Objekte mit Verlusten zwischen -7,1 und -9,5 Prozent.

Im vierten Quartal 2018 wurden IVW-kontrolliert noch 49,7 Mio. Hefte im Erscheinungsintervall verkauft, gemeldet waren 499 Objekte. Dies ist ein Durchschnitt von 99.522 Verkaufsexemplaren pro Titel. Schauen wir 40 Jahre zurück, so wurden im 4. Quartal 1979 insgesamt 178 Titel gemeldet mit einer Gesamtauflage von 61,7 Mio. Heften; dies ergibt im Erscheinungsintervall eine Verkaufsauflage von knapp 347.000 Heften je Objekt. So ändern sich die Zeiten und so fragmentiert sich inzwischen der Markt.

Im Vorjahresquartal-Vergleich sank im vierten Quartal die Verkaufsauflage um -6,8 Prozent. Bezogen auf die Auflage im Erscheinungsintervall ist der Gesamtwert der mindestens 14-täglich erscheinenden Titel von 24,9 Mio. Heften wieder leicht höher als der Gesamtwert der seltener erscheinenden Objekte mit 24,7 Mio. Heften.

Das Titelwachstum des gesamten Marktes (dies wird hier nicht abgebildet) hält weiter an. Im Jahr 2018 wurden 71 Periodika der Publikumspresse neu in den Markt gebracht. IVW-kontrolliert sind aktuell rund 31 Prozent aller Titel. IVW-Zahlen sind harte und über Einblicknahmen in Geschäftsaufzeichnungen kontrollierte Verbreitungsdaten – härter und ehrlicher als jede Websitestatistik, die Scheingenauigkeiten vorgaukelt, wo Bots und andere Faktoren kräftig die Werte verfälschen. Insofern wundert es schon sehr, dass die werbetreibende Wirtschaft nicht konsequenter bei den Verlagen auf eine solche Auflagenkontrolle drängt.

Was heißt gattungsbereinigt? Ausgewiesen werden nur für den deutschen Markt redaktionell erstellte Titel mit journalistischen Inhalten (ohne Rätselhefte, Romane, Comics, Activity-Hefte, Anleitungshefte wie z.B. Rezeptsammlungen), die mindestens 4x jährlich erscheinen. Nicht dabei sind also die gemeldeten reinen Strick- und Kochanleitungsheften, von denen aktuell 11 Titel der IVW rund 812.000 verkaufte Hefte im Erscheinungsintervall melden. Auch nicht dabei sind 11 der IVW gemeldete, überwiegend aus Comics und Activityelementen bestehende Titel der Kinderpresse mit einer Verkaufsauflage von insgesamt rund 721.000 Heften (darunter LEGO Ninjago mit 182.400 Heften).

Im Vergleich zu den original IVW-Daten werden alle Titel der Mitgliedschaftspresse, Kundenpresse und Gratispresse in der gesamten Zeitreihe konsequent ausgeschlossen.

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