43-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

44-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

Gattungsbereinigte IVW-Verkaufsauflagen der populären Presse I/1975 bis I/2019 –
Ergebnisse für das I. Quartal 2019

(wip) . Ab 2008 hatten wir uns daran gewöhnt, dass die IVW-Zahlen jedes Jahr 2 bis 3 Prozent weniger Gesamt-Verkaufstücke im Erscheinungsintervall ergeben. 2013 bis 2017 waren es dann 4 bis 5,5 Prozent. 2018 sprang dieser Wert auf -7,2 Prozent. Im ersten Quartal 2019 sind es erneut -7,4 Prozent. Die wöchentlich und vierzehntäglich erscheinenenden Objekte verzeichneten 2017 stärkere Rückgänge als die seltener erscheinenden Titel. Dies hat sich 2018 umgedreht: Mit Auflagenverlusten zwischen -5,6 und -6,4 Prozent in den Quartalen kommen die häufiger erscheinenden Titel glimpflicher davon als die seltener erscheinenden Objekte mit Verlusten zwischen -7,1 und -9,5 Prozent. Auch im ersten Quartal 2019 setzt sich diese Entwicklung fort.

Im ersten Quartal 2019 wurden IVW-kontrolliert noch 49,3 Mio. Hefte im Erscheinungsintervall verkauft, gemeldet waren 480 Objekte. Dies ist ein Durchschnitt von 102.700 Verkaufsexemplaren pro Titel. Schauen wir 40 Jahre zurück, so wurden im 4. Quartal 1979 insgesamt 178 Titel gemeldet mit einer Gesamtauflage von 61,7 Mio. Heften; dies ergibt im Erscheinungsintervall eine Verkaufsauflage von knapp 347.000 Heften je Objekt. So ändern sich die Zeiten und so fragmentiert sich inzwischen der Markt.

Im Vorjahresquartal-Vergleich sank im ersten Quartal die Verkaufsauflage um -7,4 Prozent. Bezogen auf die Auflage im Erscheinungsintervall ist der Gesamtwert der mindestens 14-täglich erscheinenden Titel von 25,0 Mio. Heften wieder leicht höher als der Gesamtwert der seltener erscheinenden Objekte mit 24,3 Mio. Heften.

Das Titelwachstum des gesamten Marktes (dies wird hier nicht abgebildet) wächst, hat sich aber seit 2016 deutlich abgeschwächt. Im Jahr 2018 wurden 68 Periodika der Publikumspresse neu in den Markt gebracht (Periodizität: mindestens 4x jährlich), hingegen 71 eingestellt. Vermehrt erscheinen neue Titel mit nur noch zwei oder drei Ausgaben im Jahr – 2018 waren dies 22 Titel. IVW-kontrolliert sind aktuell knapp 31 Prozent aller periodischen Publikumszeitschriften. IVW-Zahlen sind harte und über Einblicknahmen in Geschäftsaufzeichnungen kontrollierte Verbreitungsdaten – härter und ehrlicher als jede Websitestatistik, die Scheingenauigkeiten vorgaukelt, wo Bots und andere Faktoren kräftig die Werte verfälschen. Insofern wundert es schon sehr, dass die werbetreibende Wirtschaft nicht konsequenter bei den Verlagen auf eine solche Auflagenkontrolle drängt.

Was heißt gattungsbereinigt? Ausgewiesen werden nur für den deutschen Markt redaktionell erstellte Titel mit journalistischen Inhalten (ohne Rätselhefte, Romane, Comics, Activity-Hefte, Anleitungshefte wie z.B. Rezeptsammlungen), die mindestens 4x jährlich erscheinen. Nicht dabei sind also die gemeldeten reinen Strick- und Kochanleitungsheften, von denen aktuell 11 Titel der IVW rund 840.000 verkaufte Hefte im Erscheinungsintervall melden. Auch nicht dabei sind 11 der IVW gemeldete, überwiegend aus Comics und Activityelementen bestehende Titel der Kinderpresse mit einer Verkaufsauflage von insgesamt rund 724.000 Heften (darunter LEGO Ninjago mit knapp 172.700 verkauften Heften).

Im Vergleich zu den original IVW-Daten werden alle Titel der Mitgliedschaftspresse, Kundenpresse und Gratispresse in der gesamten Zeitreihe konsequent ausgeschlossen.

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