46-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

46-Jahres-Übersicht zur deutschen Publikumspresse

Gattungsbereinigte IVW-Verkaufsauflagen der populären Presse I/1975 bis II/2021 –
Ergebnisse für das Ii. Quartal 2021

(wip) Ab 2008 hatten wir uns daran gewöhnt, dass die IVW-Zahlen jedes Jahr 2 bis 3 Prozent weniger Gesamt-Verkaufstücke im Erscheinungsintervall ergeben. 2013 bis 2017 waren es dann 4 bis 5,5 Prozent. 2018 sprang dieser Wert auf -7,3 Prozent, 2019 auf -7,5 Prozent und für 2020 ergab sich durch Corona ein Wert von -10,2 Prozent. Die wöchentlich und vierzehntäglich erscheinenenden Objekte verzeichneten 2017 stärkere Rückgänge als die seltener erscheinenden Titel. Dies hat sich seit 2018 umgedreht: Mit Auflagenverlusten zwischen -5,6 und -6,4 Prozent in den Quartalen kamen die häufiger erscheinenden Titel in den Jahren 2018 und 2019 glimpflicher davon als die seltener erscheinenden Objekte mit Verlusten zwischen -7,1 und -9,9 Prozent. Auch das Corona-Jahr 2020 überstanden die häufiger erscheinenden Titel grundsätzlich gesehen stabiler.

Im 2. Quartal 2021 wurden IVW-kontrolliert noch 41,6 Mio. Hefte im Erscheinungsintervall verkauft, gemeldet waren 415 Objekte. Dies ist ein Durchschnitt von rund 100.000 Verkaufsexemplaren pro Titel. Im Vorjahresquartal-Vergleich stieg die Verkaufsauflage leicht um 1,4 Prozent – das 2. Quartal 2020 war aber auch das erste von Corona massiv betroffene Quartal. Bezogen auf die Auflage im Erscheinungsintervall ist der Gesamtwert der mindestens 14-täglich erscheinenden Titel von 20,9 Mio. Heften leicht höher als der Gesamtwert der seltener erscheinenden Objekte mit 20,7 Mio. Heften.

Einzelne Objekte melden inzwischen einen deutlichen Anteil an ePaper, die in die verkaufte Gesamtauflage eingehen. Dies ist in Ordnung, soweit die ePaper ganz überwiegend „hart“ verkauft werden – also mit mindestens 50% des regulären Verkaufspreises des gedruckten Heftes. Werden die ePaper hingegen zu einem Großteil mit lediglich 10% oder etwas mehr dieses Preises verkauft, dann zählen sie nicht nur zu den „Sonstigen Verkäufen“. Es besteht dann auch die berechtigte Vermutung, dass hier Printabonnenten zusätzlich günstig das ePaper beziehen. Eine solche Zählung ist zwar IVW-regelgerecht, denn es sind ja „Käufe“, bedeutet aber trotzdem faktisch weniger kaufende Köpfe als die Gesamtauflage dann ausweist.

Das Titelangebot des gesamten Marktes (dies wird hier nicht abgebildet) wächst seit dem Jahr 2017 nicht weiter. Neue Titel werden nur sehr zurückhaltend gegründet und dann mit einer niedrigen Frequenz. Vermehrt erscheinen neue Titel dauerhaft nur noch zwei oder drei Ausgaben im Jahr –  in 2020 waren dies 17 Titel. IVW-kontrolliert sind aktuell noch 30,6 Prozent aller periodischen Publikumszeitschriften, es waren schon einmal knapp 40 Prozent. IVW-Zahlen sind valide und über Einblicknahmen in Geschäftsaufzeichnungen kontrollierte Verbreitungsdaten – härter und ehrlicher als jede Websitestatistik, die Scheingenauigkeiten vorgaukelt, wo Bots und andere Faktoren kräftig die Werte verfälschen. Insofern wundert es schon sehr, dass die werbetreibende Wirtschaft nicht konsequenter bei den Verlagen auf eine solche Auflagenkontrolle drängt.

Was heißt gattungsbereinigt? Ausgewiesen werden nur für den deutschen Markt redaktionell erstellte Titel mit journalistischen Inhalten (ohne Rätselhefte, Romane, Comics, Activity-Hefte, Anleitungshefte wie z.B. Rezeptsammlungen), die mindestens 4x jährlich erscheinen. Nicht dabei sind also die gemeldeten reinen Strick- und Kochanleitungsheften, von denen aktuell 10 Titel der IVW rund 610.500 verkaufte Hefte im Erscheinungsintervall melden. Auch nicht dabei sind 15 der IVW gemeldete, überwiegend aus Comics und Activity-Elementen bestehende Titel der Kinderpresse mit einer Verkaufsauflage von insgesamt rund 884.000 Heften (darunter Lustige Taschenbücher und ein LEGO Ninjago-Heft mit je über 130.000 verkauften Heften).

Im Vergleich zu den original IVW-Daten werden alle Titel der Mitgliedschaftspresse, Kundenpresse und Gratispresse in der gesamten Zeitreihe konsequent ausgeschlossen.

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