Gesamtes Medienrecht. Hamburger Kommentar

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Gesamtes Medienrecht. Hamburger Kommentar

2. Auflage. Hrsg. von Marian Paschke, Wolfgang Berlitt und Claus Meyer (=Reihe Nomos Kommentar)
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2012. 1730 Seiten, 189 EUR , ISBN 978-3-8329-6465-8

(vo) Bereits nach drei Jahren erscheint dieses umfassende Nachschlagewerk in zweiter Auflage. Knapp 2,3 kg schwer und 1730 Seiten umfassend erweckt es bereits rein äußerlich den Eindruck, den selbst gesetzten Anspruch einlösen zu können. Die drei Herausgeber haben für diese Aufgabe ein Team von 37 weiteren Autoren verpflichtet. Das Werk wählt den Weg einer integrativen und medienübergreifenden Behandlung der thematischen Regelungsbereiche.

Die elfteilige Gliederung umfasst: Medienverfassungs- und Europarecht, Medienkartell- und Regulierungsrecht, Medienwettbewerbsrecht, Medienzivilrecht, Medienhandelsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht, Medienarbeitsrecht, Medienordnungs- und aufsichtsrecht, Datenschutzrecht, Jugendmedienschutz, Medienstrafrecht und Medienstrafverfahrensrecht.

In der zweiten Auflage wurden insbesondere das europäische Recht, das Domainrecht, das Datenschutzrecht, das Vertriebsrecht von Presseerzeugnissen, das Filmrecht, das Medienvertragsrecht und das Thema Verwertungsgesellschaften vertieft dargestellt.

Jeder dieser Teile eröffnet mit einer Gliederungsübersicht. Sie erleichtert das Auffinden ebenso wie das Stichwortverzeichnis. Hier ist für den Normalleser jedoch eine Gewöhnung erforderlich. Denn das Werk gliedert sich zudem in 92 durchgezählte Kapitel. Die Stichworte verweisen zunächst auf diese Kapitel und dann auf spezifische Randnummern. Leider stimmen einige Randnummern nicht, weil mitunter Randnummern über Kapitel hinweg weitergezählt wurden.

Nun aber zur Qualität des Inhalts: Der Kommentar ist im besten Sinne eine echte Fundgrube. Wer Antworten oder zumindest Hinweise auf Antworten auf spezielle medienrechtliche Fragen sucht, hat große Chancen, hier fündig zu werden. Darüber hinaus verführt der Kommentar durch seinen systematischen Aufbau aber auch zum Festlesen. Denn rund um das gesuchte Thema werden oft so viele interessante Sachverhalte, Entscheidungen und Fremdkommentar-Zitate ausgebreitet, dass man sich vom Werk wieder losreißen muss.

Etwas umständlich allerdings ist mitunter der Durchgriff auf zitierte Quellen. Die sind dann so kryptisch verknappt abgekürzt, dass auch der Blick in die Schrifttums-Liste zu Beginn vieler Kapitel nicht zügig weiterhilft.

Fazit: Ein umfassendes Werk, dass im Arbeitsalltag von Entscheidungsträgern zur Orientierung über medienrechtliche Fragen ausgezeichnete Dienste leistet.
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